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Naturparke in Bayern

Ausstellung im Landratsamt Bayreuth

Im Landratsamt Bayreuth ist bis zum 13. Juli die Ausstellung „Naturparke in Bayern“ zu sehen. Landrat Florian Wiedemann freute sich bei der Eröffnung sehr darüber, dass diese Wanderausstellung des Naturparkverbands Bayern, die im Rahmen des 50-jährigen Bestehens des Naturparks Fichtelgebirge auch noch im Landratsamt Wunsiedel gezeigt wird, im Foyer des Landratsamts startet.

Die Ausstellung präsentiert die Entwicklung der 19 bayerischen Naturparke und ihre Bedeutung für den Landschafts- und Artenschutz. Gezeigt werden landschaftliche Besonderheiten – Moore, Wälder, Felsen – mit ihrer Entstehungsgeschichte sowie besondere Pflanzen und Tiere, vor allem auch in Hinblick auf die Wechselwirkungen von Mensch und Natur.

Naturparke in Deutschland

In Deutschland gibt es 103 Naturparke, davon 19 in Bayern. Bayern ist somit das Bundesland mit den meisten Naturparken.

Die Idee der Naturparke stammt aus dem Jahr 1909 und ist in Deutschland mit der Gründung des Vereins „Naturschutzpark“ in der Lüneburger Heide entstanden. Die erste offizielle Definition für Naturpark steht im Bundesnaturschutzgesetz von 1976.
Naturparke gibt es nur in Deutschland, daher sind sie leider international nicht anerkannt – anders als Nationalparke und Biosphärenreservate.

Naturparke sind großräumige Landschaften und wichtige Säulen des bundesweiten Schutzgebietssystems. Sie vereinen den Erhalt der biologischen Vielfalt mit der Stärkung und Entwicklung ländlicher Regionen. Naturparke sind zudem Repräsentanten charakteristischer, über Jahrhunderte durch menschliche Nutzung geprägter Kulturlandschaften. Denn: unberührte Natur gibt es in Mitteleuropa kaum noch.

Extensive und nachhaltig genutzte Kulturlandschaften sind sehr vielfältige und wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Artenreiche Wiesen würden ohne die regelmäßige Mahd zu Wäldern werden. Im Mittelalter angelegte Teiche würden ohne die Pflege verlanden und somit würden auch die Kinderstuben zahlreicher besonderer Arten wie etwa seltenen Libellen verschwinden.

Aufgaben der Naturparke

Naturparke haben die Aufgabe, unsere landwirtschaftlich geprägte Kulturlandschaft zu erhalten, zu entwickeln und wiederherzustellen, die nachhaltige Regional- und Tourismusentwicklung durch naturverträgliche Erholungsinfrastruktur wie Wanderwege und Besucherlenkung in sensiblen Bereichen zu fördern, Umweltbildung, Führungen und Öffentlichkeitsarbeit zu leisten.

Wichtig dabei ist die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Eigentümern und Nutzern von Flächen, vor allem mit Landwirten.

Besonderheiten des Naturparks Fichtelgebirge

Der Naturpark Fichtelgebirge wurde 1971 gegründet und ist in Nordbayern der Naturpark mit den meisten Moorflächen. Er zeichnet sich durch eine besondere Vielfalt aus: Aufgrund seiner Funktion als Knotenpunkt grüner Wanderkorridore treffen hier viele Tiere zusammen, so dass eine besondere genetische Vielfalt entsteht. Die großen Drei – Luchs, Wolf und Wildkatze – sind hier zu finden.

Durch seine vielen kleinteiligen landwirtschaftlichen Flächen ist der Naturpark Fichtelgebirge ein wichtiger Lebensraum für Insekten, wie den goldenen Scheckenfalter.

Die Blockmeere im Fichtelgebirge sind artenreicher als etwa der Lusen des Nationalparks Bayerischer Wald. Die Blockhalden im Fichtelgebirge bieten sogar z.B. der Alpensackspinne wichtigen Lebensraum. In dieser Hinsicht wirkt es sich positiv aus, dass diese Bereiche kaum touristisch erschlossen sind und das Besucherlenkungskonzept dies auch entsprechend berücksichtigt.

Besucherlenkung

Eine der wichtigsten Aufgaben ist die Besucherlenkung: Es gilt, die Bedürfnisse von Wanderern, Walkern, Spaziergängern, Mountainbikern und natürlich auch der Tiere und Pflanzen zu berücksichtigen. Forstbetriebe und Naturpark agieren hierbei in enger Abstimmung, damit dies weiterhin gelingt.
Die Corona-Pandemie brachte einen starken Zuwachs an Besuchern im Naturpark. In den vergangenen Monaten haben, bedingt durch die geltenden Einschränkungen, die insbesondere auch die Mobilität und das Reisen betrafen, noch mehr Menschen als sonst ihre Region erkundet. Viele haben aber noch kein Bewusstsein für Besonderheiten in ihrer Region entwickeln können. „Daher ist es auch ein Ziel der Ausstellung, auf die Schätze vor der eigenen Haustür aufmerksam zu machen“, so Landrat Wiedemann.