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Foto: Schelter

Busch-Nelke oder Dianthus seguieri

Busch-Nelken sind in ihren ehemaligen Lebensräumen sehr selten geworden und kommen fast nur kleinflächig in Säumen von Wäldern oder Wiesen vor.

Das ausdauernde Nelkengewächs bildet im Hochsommer 25-60 cm hohe, unverzweigte Blütentriebe. Die ausdrucksvolle Einzelblüte ist bis zu 3,5 cm breit und rot-violett bis tief pinkfarben, oft dunkel punktiert.

Buschnelken mit blaugrünen, lang-lanzettlichen Stängelblättern haben eine lange Blühperiode von Mitte Juni-Mitte September. Sie sind naturparkbedeutsame Vertreter der bodensauren Magerrasen. Mit Vorkommen im Egertal und in südexponierte Zuläufen sind sie in spätgemähten Säumen, Wiesen oder Weiden konkurrenzfähig. Grundvoraussetzung ist ein lückiger, magerer Standort mit bester Lichtqualität. Bei zu starker Konkurrenz büßt sie rasch ihre Blühfähigkeit ein.

Gefährdungsursachen

Die Buschnelke gilt wegen der rückläufigen Bestandsentwicklung in ganz Deutschland als stark gefährdet. Der Rückgang der Waldweide, Umbau zu Fichtenforsten oder der Aufwertung zu Ackerflächen seit vielen Jahrzehnten haben die angestammten Lebensräume der ursprünglichen Steppenheideart verdrängt. Die Überfrachtung mit Nährstoffen oder eine üppiger wachsende Begleitvegetation in Altgrasbrachen sind Gefährdungen neueren Datums. Eine Erhaltung ist heute nur durch staatlich gefördete Pflegemaßnahmen möglich. Auch für Oberfranken gilt die Art als stark gefährdet: die Naturschutz- und Landschaftspflegeverbände widmen der Art durch organisierte Mäh- und Entbuschungsarbeit ihr Augenmerk.

Artenhilfsmaßnahmen

  • Mahd der Wuchsorte in der zweiten Augusthälfte und Abtransport des Mähgutes
  • Jährliche Sommermahd auf produktiven Brachflächen mit Konkurrenzarten
  • Aushagerungsmahd auf potentiell geeigneten Flächen Ende Mai / Anfang Juni, damit eine herbstliche Nachblüte erfolgen kann
  • Sommermahd in zweijährigem Turnus auf wenig produktiven Standorten mit geringem Aufwuchs
  • laufende Beobachtung der Bestandsentwicklung
  • allenfalls lockere Beschirmung mit Fichten, Kiefern oder Eichen