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Bergwiesen im Hohen Fichtelgebirge

In Nagel, Meierhof, Ebnath, Fichtelberg, Bischofsgrün, Kornbach etc. finden sich extensiv genutzte Bergwiesen als wertvolle Landschaftselemente unserer Mittelgebirgslandschaft. Sie kommen teilweise auch in der für das Fichtelgebirge charakteristischen Ausprägung mit Bärwurz vor. Bärwurz ist eine weißblühende, alte Gewürz- und Heilpflanze. Geflecktes Johanniskraut, Schafgarbe, Blutwurz, Klappertopf, Margerite und Rundblättrige Glockenblume prägen das Bild von kräuter- und blütenreichen Wiesen mit maximal zweischüriger Nutzung und nur geringer Düngung.

Bestandsbildende Gräser sind das aromatische Ruchgras, der Rotschwingel, das Rot-Straußgras und der Goldhafer. Oft sind Übergänge der Mähwiesen zu artenreichen Borstgrasrasen mit Arnika, Dreizahn und Waldläusekraut vorhanden, die nach der Natura 2000 Richtlinie der EU einen besonderen Schutz geniessen. In feuchte Senken finden sich Flachmoorreste, aber auch kleinflächig Übergangs- und Schwingrasenmoore. Bergwiesen und Feuchtflächen finden sich in den Rodungsinsel des Hohen Fichtelgebirges, wo die Landwirtschaft immer grenzwertig war. Die kleinparzellierten Grundstücke gehören vielen Eigentümern. Die Landwirtschaft und Viehhaltung begleitete das Handwerk und Industriearbeit zur Selbstversorgung, Vollerwerbsbetriebe mit intensiven Ackerbau fanden durch das rauhe Klima, skelettreiche, saure Böden und zahlreiche Quellen kaum eine Entwicklung.

Heute haben hier die Unteren Naturschutzbehörden und die Landschaftspflegeorganisationen viele Partner. Zahlreiche Flächen in den hohen Rodungsinseln sind über das Vertragsnaturschutzprogramm des Bayerischen Umweltministeriums gefördert, die Landschaftspflege stellt verbuschte Fläche frei und fördert die Erstpflege. Nicht wenige Bewohner der Bergwiesen-Gemeinden haben Pferde, Schafe, Rinder und Ziegen und tragen mit ihrer Tierhaltung zu einer offenen, artenreichen Kulturlandschaft bei.

Feuchtwiesen im Fichtelgebirge

Die Feuchtwiesen im Fichtelgebirge waren ab dem Mittelalter bis zum Anfang des 19. Jahrhundert weit verbreitet, nachdem, durch das Bevölkerungswachstum ausgelöst, immer mehr Wald durch Nutzung und Abholzung verschwand aber die expansive Ausdehnung der Acker- und Grünlandflächen durch den modernen Landbau noch nicht stattgefunden hatte.

Dominiert von Gräsern, Binsen und anderen krautigen Pflanzen sind die Feuchtwiesen frei von Gehölz und zeitweise überschwemmt oder vom Grundwasser beeinflusst. Sie zählen zu den sehr artenreichen Biotopen, die aber nur durch die menschliche Nutzung im Zuge der Nutzviehhaltung entstanden sind und vor Verbuschung und Waldbildung bewahrt wurden.

Im Zuge der agrarindustriellen Revolution ab der Mitte des letzten Jahrhunderts und den damit einhergehenden Maßnahmen wie Entwässerung, Düngung und großflächiger Bearbeitung ist der Bestand artenreicher Feuchtwiesen stark zurückgegangen und weiter gefährdet.

Sie zählen dennoch zu den charakteristischen Lebensräumen im Fichtelgebirge, speziell in den Wiesentälern des hohen Fichtelgebirges und auf der Selb-Wunsiedler–Hochfläche.

Nach dem Arten- und Biotopschutzprogramm (Stand 1999) sind folgende Ausprägungen genannt:

Auf intensiver genutzten nährstoffreichen Standorten ist die Engelwurz-Wiesenknöterich-Wiese zu finden (z.B. um Weissenstadt). Sie fällt durch einige hochwüchsige Arten wie Bärenklau, Engelwurz, Kohldistel und Wiesenknöterich auf.

In den Senken der Talräume mit hoher Bodenfeuchtigkeit (z.B. im Eger- oder Steinselbtal) tritt die feuchtere Sumpfdotterblumenwiese mit Verschiedenblättriger Kratzdistel und der namengebenden Sumpfdotterblume auf.

Eine häufige Gesellschaft im Bereich feuchter Standorte mit hohem Grundwasserstand ist die Fadenbinsenwiese.

Bedeutsame Tierarten:

Vögel: Wiesenpieper, Weißstorch, Bekassine, Braunkehlchen, Kiebitz

Heuschrecken: Weißrandiger Grashüpfer, Wiesengrashüpfer, Sumpfgrashüpfer, Sumpfschrecke

Schmetterlinge: Mädesüß-Perlmutterfalter

Weichtiere: Graue Wegschnecke, Kleine Bernsteinschnecke