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Amphibien sind auf Wanderschaft

Amphibienwanderung Zaun bei Großwendern, Foto: Andreas Hofmann

Großwendern/Marktleuthen. Der Naturpark Fichtelgebirge e.V. – Landschaftspflegeverband Wunsiedel und die Naturfreunde Kirchenlamitz sind auf die derzeit beginnende Amphibienwanderung an der Kreisstraße Niederlamitz-Großwendern vorbereitet. Die Naturfreunde Kirchenlamitz mit Andreas Hofmann als Ansprechpartner haben nach dem grünen Licht des Naturparks den mobilen Amphibienzaun in der Böschung zwischen Bahnlinie und der Kreisstraße aufgebaut. Damit sollen die wandernden Erdkröten, Teichmolche, Grasfrösche etc. auf den Weg zu Teichen vor dem Verkehrstot geschützt werden, teilt Gudrun Frohmader-Heubeck vom Naturpark Fichtelgebirge mit, die die vom Freistaat Bayern geförderte Artenschutz-Maßnahme mit allen Beteiligten koordiniert.

Die derzeitige wechselnde Wetterlage mit kühlen Nächten bremst die Wanderungen der Amphibien zu den Laichgewässern, warme Nächte mit Regen sind ideal und die „Sturm- und Drangzeiten“ für die Amphibien. Passen die Bedingungen, hat das zuverlässige Betreuerteam der Naturfreunde in Großwendern schon bis zu 200 Erdkröten in den Fangeimern zählen können. 2018 waren es 800 Einzeltiere, neben den Erdkröten sind es Grasfrösche, Berg- und Teichmolche, in den 16 Jahren des aufgebauten Gitter-Zauns auch Seltenheiten wie Kammmolch und Springfrosch. Die Artenschutzmaßnahme dokumentiert auch das Vorkommen von seltenen Reptilien im Umfeld der Bahnlinie, in den Eimern erfassen die Naturfreunde von Kirchenlamitz bisweilen Wald- und Zauneidechsen, Blindschleichen und sogar junge Kreuzottern.

Nicht an allen Wanderbereichen der Amphibien im Landkreis Wunsiedel i. F. finden sich ehrenamtliche Betreuer von mobilen Amphibieneinrichtungen, die den Schutzzaun abends und morgens ablaufen. Die Zeit der Hinwanderung der Frösche und Kröten beginnt Anfang März und endet Mitte Mai, die Eimer an der befahrenen Straße sind täglich zu kontrollieren, Sorgfalt und Ausdauer sind notwendig. Die Aufwandsentschädigung an die Naturfreunde für ihr jahrelanges Engagement ist sehr gut angelegt.

Die Straßenmeisterei von Wunsiedel ist in die Aktion von Großwendern immer eingebunden und stellt zusätzlich Warnschilder an neuralgische Punkte der Amphibienwanderungen im ganzen Landkreis auf

Fahrzeugführer werden gebeten, ihre Geschwindigkeit in den beschilderten Bereichen deutlich zu verringern, der Druck von schnell vorbeifahrenden Autos zerreißt wandernde Kröten. Daher hilft es, wenn Autofahrer in der Nähe von Amphibienzäunen und Krötenwarnschildern maximal 30 Kilometer pro Stunden fahren.